Zum 200. Geburtstag des Fahrrads..

Verkehrsdezernent Dirk Stochla, Radverkehrsbeauftragte Anne grimm und STADTRADLER-STAR Markus Exner von der GrimmHeimat Nordhessen Fahrrädern vor dem Rathaus Kassel. Foto: Michael)

Zum 200. Geburtstag des Fahrrads: STADTRADLER umrunden mehrfach den Äquator Wer hätte gedacht, dass das Fahrrad trotz seines Alters immer mehr an Beliebtheit gewinnt.
Vor genau 200 Jahren, im Jahr 1817 fuhr Karl Freiherr von Drais erstmals auf seinem Laufrad. Seine Erfindung begeisterte damals wie heute die Menschen. Das zeigen die Zahlen der diesjährigen Kampagne STADTRADELN und SCHULRADELN des Klima-Bündnis‘, an der Kassel vom 4. September bis 24. September 2017 teilnahm. Insgesamt legten 595 Radfahrende – 15 Prozent mehr als im Vorjahr – in den drei Wochen über 110.000 Kilometer zurück. "Gemeinsam haben sie alle für eine fahrradfreundliche Stadt in die Pedale getreten", freut sich Dirk Stochla, Verkehrsdezernent der Stadt Kassel. Umgerechnet haben die STADTRADLER 2,75-mal den Äquator umrundet und dabei mehr als 15,5 Tonnen klimaschädliches CO2 vermieden.

Bewegende und erfahrungsreiche Wochen erlebten zwei STADTRADLER-Stars. "In der dritten Woche wurde ich gleich durch einen Platten ausgebremst", berichtet Prof. Stefanie Bremer von der Universität Kassel, "Für mich persönlich hat sich durch die drei Wochen als STADTRADLER-STAR ein interessanter Blick auf meine berufliche Heimat eröffnet." Positiv sind auch die Erlebnisse von Markus Exner: "Mir hat die Aktion Spaß gemacht. Ganzjährig fahre ich Rad und steige nur auf öffentliche Verkehrsmittel oder Mietauto um, wenn es sich gar nicht vermeiden lässt, somit bin ich es gewohnt", erzählt Markus Exner von der GrimmHeimat Nordhessen, "Neu war für mich die Situation, einen Fotoapparat dabei zu haben und schöne Momente durch Text und Bild im Blog zu teilen."

Gemeinsam mit der Radverkehrsbeauftragten Anne Grimm zeichnete Stochla am Freitag, 8. Dezember, die Gewinnerinnen und Gewinner des Wettbewerbs STADT- und SCHULRADELN im Bürgersaal des Rathauses aus. Dabei wurden unter anderem die Kategorien "Fahrradaktivstes Team mit den meisten Kilometern" und "Fahrradaktivstes Team mit den meisten Radkilometern pro Teammitglied" ausgezeichnet. Mit über 13.000 Kilometern legte "Offenes Team - Kassel" die meisten Kilometer zurück, ganz dicht gefolgt vom "ADFC-Team" und "MTB-Kassel". Zu den fahrradaktivsten Teams zählten "Justiz Hessen" vor "Wilhelmsgymnasium Kassel - Klasse 8c" und "Asphaltfräsen". Alle drei Teams haben im Schnitt über 360 Kilometer pro Teilnehmer mit dem Rad zurückgelegt. "Als Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen haben wir das Ziel, den Fuß- und Radverkehr in der Stadt Kassel zu verbessern und zu fördern", betont Stochla. "Neben dem Ausbau der Infrastruktur möchten wir den Radverkehr insgesamt stärker ins Bewusstsein bringen. Deshalb wollen wir auch im nächsten Jahr wieder beim STADT- und SCHULRADELN dabei sein." Beim SCHULRADELN, das parallel zum STADTRADELN stattfand, wurden die fahrradaktivsten Schulen ausgezeichnet. Mit von der Partie waren die Albert-Schweitzer-Schule, die Jacob-Grimm-Schule, die Herkulesschule, die Georg-August-Zinn-Schule und das Wilhelmsgymnasium, die im vorigen Jahr hessenweit für ihr bestes Fahrradprojekt ausgezeichnet wurden.

Die Vielfalt an Fahrrädern nimmt ständig zu. Auf den Straßen sieht man nicht nur herkömmliche Räder. Mittlerweile ist es bunt gemischt: egal ob Rennräder, Treckingräder oder City Bikes bis hin zu Lastenrädern, Pedelecs und E-Bikes. In die TOP 10 geradelt Hessenweit schafften es die beiden Klassen 8c und 5d des Wilhelmsgymnasiums Kassel mit den Plätzen 8 und 9 unter die TOP 10 der hessischen Schulteams in der Kategorie "Fahrradaktivstes Team mit den meisten Radkilometern pro TeilnehmerIn". Insgesamt waren 144 hessische Teams gemeldet. In der Gesamtwertung landet die Stadt Kassel mit ihren Schulteams beim SCHULRADELN auf Rang 13 von 60 gemeldeten Kommunen. "Dafür, dass wir in Kassel erst seit zwei Jahren beim SCHULRADELN dabei und noch nicht so geübt wie die erprobten Südhessen sind, kann sich dieses Ergebnis sehen lassen. Natürlich ist noch Luft nach oben. Daran wollen wir weiter arbeiten", blickt Radverkehrsbeauftragte Anne Grimm voraus. Hintergrund - deutschlandweites Ergebnis Wieder wurde das STADTRADELN-Ergebnis getoppt. Deutschlandweit beteiligten sich 620 Kommunen mit insgesamt 222.097 aktiven Radfahrerinnen und Radfahrern. Mit fast 42 Millionen Kilometer wurden etwa 6.000 Tonnen CO2 vermieden werden. Jede Radfahrerin und jeder Radfahrer vermeidet im Durchschnitt 142 g CO2 pro gefahrenen Kilometer im Vergleich zu einer Autofahrt. Die Berechnung basiert auf Angaben des Umweltbundesamtes.

Die erradelten Kilometer entsprechen der 1.046,7-fachen Länge des Äquators. DAS STADTRADELN Der Wettbewerb STADTRADELN des Klima-Bündnis‘ lädt Mitglieder der Kommunalparlamente ein, als Vorbild für den Klimaschutz in die Pedale zu treten und sich für eine verstärkte Radverkehrsförderung einzusetzen. Im Team mit Bürgerinnen und Bürgern sollen sie möglichst viele Fahrradkilometer für ihre Kommune sammeln. Die Kampagne will für das Radfahren im Alltag sensibilisieren sowie die Themen Fahrradnutzung und Radverkehrsplanung stärker in die kommunalen Parlamente einbringen. Weltweit können Städte, Gemeinden und Landkreise die Kampagne an 21 zusammenhängenden Tagen zwischen Mai und September durchführen. Es gibt Auszeichnungen und hochwertige Preise zu gewinnen – vor allem aber eine lebenswerte Umwelt mit weniger Verkehrsbelastung, weniger Abgasen und weniger Lärm. DAS SCHULRADELN Der Wettbewerb SCHULRADELN ist eine Initiative von Integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt RheinMain, Klima-Bündnis und der Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen.

Gesucht wird die fahrradaktivste Schule oder Schulprojekte oder Schulaktionen zum Thema Fahrradfahren, die einfach Spaß machen! Mitmachen kann jede weiterführende Schule in Hessen und die Stadt Mainz mit allen Schülerinnen und Schülern samt deren Eltern und den Lehrerinnen und Lehrern. DAS KLIMA-BÜNDNIS Seit mehr als 25 Jahren setzen sich die Mitgliedskommunen des Klima-Bündnis‘ mit ihren indigenen Partnern der Regenwälder für das Weltklima ein. Mit 1.700 Mitgliedern aus 27 europäischen Ländern ist das Klima-Bündnis das weltweit größte Städtenetzwerk, das sich dem Klimaschutz widmet, und das einzige, das konkrete Ziele setzt: Jede Klima-Bündnis-Kommune hat sich verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen alle fünf Jahre um zehn Prozent zu reduzieren. Da sich unser Lebensstil direkt auf besonders bedrohte Völker und Orte dieser Erde auswirkt, verbindet das Klima-Bündnis lokales Handeln mit globaler Verantwortung.PM: documenta-Stadt Kassel

 

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