Arnold-Bode-Preis 2017geht an Olu Oguibe,documenta-Stadt Kassel

Olu Oguibe, 2017, Foto: Mathias Völzke

Der Arnold-Bode-Preis der documenta-Stadt Kassel geht in diesem Jahr an Olu Oguibe.

Olu Oguibe, Jahrgang 1964, ist Künstler, Kulturwissenschaftler und international tätiger Kurator, der sich seit fast vier Jahrzehnten mit vielseitigen Themen, unter anderem zu sozialen und formalen Fragen, auseinandersetzt. Die Denkweise und die existenziellen Grundsätze der Igbo spielen in seiner künstlerischer Arbeit eine große Rolle und haben seine Einstellung zu Konzeptkunst, Abstraktion und zur Form des Kunstwerks stark geprägt. Die entscheidende Triebkraft seiner Arbeit jedoch sind seine Erfahrungen als Kind in Biafra während des nigerianischen Bürgerkriegs Ende der 60er Jahre. Während Olu Oguibes Arbeit auf der documenta 14 in Athen aus einem Archiv zu der menschlichen Tragödie des Biafra-Krieges besteht, bezieht sich seine Arbeit in Kassel auf die Bekräftigung jener zeitlosen, universellen Prinzipien der Zuwendung und Fürsorge gegenüber all jenen, die von Flucht und Verfolgung betroffen sind. „Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt.“ steht in Deutsch, Englisch, Arabisch und Türkisch auf den vier Seiten des sechzehn Meter hohen Monuments, das zurzeit auf dem Kasseler Königsplatz steht.

Der Künstler Nach Studium an der University of Nigeria und Promotion in London, lehrte Olu Oguibe unter anderem am Goldsmith College in London, an der University of Illinois in Chicago und an der University of South Florida, wo er den „Stuart Golding Endowed Chair“ in Afrikanischer Kunst innehatte. Seine Professur für Kunst und African-American Studies an der University of Connecticut hat er vor einiger Zeit aufgegeben, um sich ganz der künstlerischen Arbeit zu widmen. Werke von Oguibe wurden unter anderem im New Yorker Whitney Museum, in der Whitechapel Gallery und dem Barbican Centre in London sowie im Migros Museum in Zürich gezeigt. 2007 nahm er an der Biennale in Venedig teil – das Jahr, in dem Afrika erstmals mit einem Pavillon vertreten war. Seine Werke wurden in Museen und Galerien in aller Welt ausgestellt und auf Biennalen und Triennalen in Venedig, Havanna, Busan und Johannesburg gezeigt. Er hat auch permanente Installationen in Deutschland, Japan und Korea geschaffen und seine Arbeiten sind in zahlreiche Sammlungen eingegangen.

Oguibe selbst hat Ausstellungen für verschiedene Orte wie die Tate Modern oder das Aperto der Biennale in Venedig kuratiert und seine Schriften zu Kunst, Literatur und Theorie sind in einer langen Liste von Büchern, Journalen und Magazinen erschienen. 2013 erhielt Oguibe für sein Lebenswerk den Kunstpreis des Gouverneurs von Connecticut. Er lebt und arbeitet in der Kleinstadt Rockville, Connecticut.

Preisverleihung Die Verleihung des Arnold-Bode-Preises findet am Sonntag, den 10. September 2017, im Rathaus der Stadt Kassel statt. Das Preisgeld wird von der Kasseler Sparkasse zur Verfügung gestellt. Hintergrund Dem Kuratorium der Arnold-Bode-Stiftung gehören derzeit an: Prof. Heiner Georgsdorf (Vorsitzender), E. R. Nele, geb. Bode, Prof. Julia Voss, Ingo Buchholz, und der Künstlerische Leiter der documenta 14, Adam Szymczyk.

Bisherige Preisträgerinnen und Preisträger 1980 Hannsjörg Voth 1981 Mario Merz 1982 Gerhard Richter 1983 Gerhard Merz 1984 Walter Pichler 1985 Ulrich Rückriem 1986 Rebecca Horn 1987 Wolfgang Laib 1988 Edward Kienholz 1990 Thomas Schütte 1992 Reiner Ruthenbeck 1994 Olaf Metzel 1996 Tony Oursler 1997 Richard Hamilton 1999 Penny Yassour 2001 Stan Douglas 2002 Maria Eichhorn 2004 Maurizio Cattelan 2006 Hans Schabus 2007 Romuald Hazoumé 2009 Urs Lüthi 2011 Goshka Macuga 2012 Thomas Bayrle 2014 Nairy Baghramian 2016 Hiwa K.Quelle: Presse documenta 14

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