2. Keltenfest am Hohen Dörnberg in Vorbereitung

Zierenberg/Kreis Kassel. Die Vorbereitungen für das 2. Keltenfest am 9. und 10. September am Hohen Dörnberg bei Zierenberg laufen intern bereits wieder auf Hochtouren.

„Das Programm steht – wir werden für die Besucher wieder eine interessante Mischung aus authentischer Keltenerfahrung und modernen Angeboten bieten“, informiert Kreispressesprecher Harald Kühlborn. In diesem Jahr wird das Keltenfest am Dörnberg gemeinsam vom Zweckverband Naturpark Habichtswald und vom Landkreis Kassel ausgerichtet. Die Veranstaltung wird von der Kasseler Sparkasse finanziell unterstützt. Beim zweiten Keltenfest am Dörnberg werden wieder sogenannte Reenactment-Gruppen – also Gruppen, die auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse das Leben und den Alltag vergangener Zeiten wiederaufleben lassen – teilnehmen, die auf die Zeit der Kelten von 800 vor Christus bis zur Zeitenwende spezialisiert sind. Dazu gehören der Förderverein für keltisch-eisenzeitliche Geschichte „Cernunnos Celtoi“ - mit Sitz in der "Alcimona" (keltisch für Altmühltal). Er stellt einen Stamm der Vindeliker dar, der sich auch im mittelfränkischen Raum verbreitet hatte.

Schwerpunkt sind hier Tracht, Schmuck und Bewaffnung aus dem 5. bis 1. Jahrhundert vor Christus, also der Mittel- und Spät-Latènezeit. Im authentischen Lagerleben kann man viele Aktivitäten hautnah erleben, wie zum Beispiel Brettchenweben, Nadelbinden, Wolle färben, Schnitzbank, Laternenbau oder Bogenschießen. Als weitere Gruppe sind Treveromagos an beiden Veranstaltungstagen vor Ort: Abgeleitet vom keltischen Stamm der Treverer und eigentlich im Saarland beheimatet, vermitteln und zeigen sie das keltische Handwerk der Latènezeit (480 - 50 v. Chr.). Die dargestellten Themenbereiche in ihrem Keltendorf mit Feuerstelle reichen von (Gold)Schmiede, Töpfern, Bogenbau über Textilarbeiten und Holz bis hin zur Verköstigung. Außerdem ist 2017 erstmals Skâliesus Cambiare mit dabei, die sich ebenfalls auf die Latènezeit konzentrieren. „Wie im vergangenen Jahr werden wir wieder die authentischen und modernen Angebote trennen – die keltischen Gruppen sind rechts der Straße zum Hohen Dörnberg gegenüber dem Naturparkzentrum angesiedelt, die anderen Stände und Präsentationen auf dem Gelände des Naturparkzentrums“, erläutert Kühlborn.

Im Naturparkzentrum selbst gibt es weitere Informationen über das Leben der Kelten im Allgemeinen und in unserer Region. „Es geht beim Keltenfest nicht nur ums Zuschauen, sondern auch ums Mitmachen“, betont Yvonne Prekop von der Agentur Kreatyv, die die Veranstaltung koordiniert. So bieten Kristian Marx und Iris Speck von der Schmiede Hemeln eine „wunderbare und urtümliche Erfahrung: Die Faszination des Feuers, glühendes Eisen und den „singenden“ Amboss“, so Prekop weiter. Kinder und interessierte Erwachsene seien herzlich eingeladen, dieses jahrhundertealte Handwerk aus nächster Nähe kennenzulernen. Prekop: „Mitmachen ist angesagt – der Kreativität freien Lauf lassen, mit eigenen Händen tolle Dinge schaffen und gegen einen kleinen Obolus ein Erinnerungsstück mitnehmen“. „Der Dörnberg war während der Eisenzeit besiedelt“, erläutert Annika Ludolph vom Zweckverband Naturpark Habichtswald. Darauf werde auch auf den Informationstafelnd des Eco Pfades Dörnberg eingegangen. Ludolph: „Ein Keltenfest ist eine perfekte Gelegenheit, sich selbst einen Eindruck von der Zeit der Kelten zu machen“. Zum Programm am zweiten Septemberwochenende gehört auch noch die Keramikherstellung wie in der Eisenzeit und Essens- und Getränkeangebote, die auch bereits die Kelten zu schätzen wussten. „Die Kelten betrieben Ackerbau und bauten Spelzgerste, Dinkel, Emmer, Einkorn, Weizen und Hirse an, als Hülsenfrüchte waren Linsen, Erbsen und die Ackerbohne bekannt und als Gemüse Fenchel, Möhre und Lauch“, berichtet Kühlborn. Holunder, Walderdbeeren, Hagebutten, Haselnuss und Eicheln gehörten ebenso zum Speiseplan wie Rindfleisch. „Das Rind war das am weitesten verbreitete Haustier der Eisenzeit“, weiß Kühlborn. Schweine wurden als Nutztiere und Schafe zur Fleischerzeugung gehalten. Im Gegensatz zu heute und zur vermeintlichen keltisch-gallischen Tradition aus den Asterix-Comics wurde das Fleisch jedoch gekocht und nicht gebraten und Wildtiere spielten nur eine untergeordnete Rolle in der Ernährung. Die Kelten tranken Met, aber kannten auch Bier – beides ist auch beim Keltenfest am Dörnberg geplant. „Da wir nicht davon ausgehen können, dass alle unsere Besucher sich keltisch korrekt ernähren wollen, bieten wir natürlich auch moderne Verzehrangebote und Getränke an“, ergänzt Ludolph. Die Besucher werden beim 2. Keltenfest am Dörnberg auch eine Welturaufführung erleben können.

Die Kasseler Komponistin und Cellistin Regine Brunke widmet dem Keltenfest eine eigene Komposition – „Taranisbelisama“ für Violincello und Zuspielband mit Naturgeräuschen, Bogenschwirren, Schmiedegeräuschen und Tierstimmen. Das Werk wird jeweils zur vollen Stunde aufgeführt – im Anschluss spielt am Samstag das norddeutsche Duo „O’Carolan’s Delight“ keltische Folk Music aus Irland und Schottland. Am Sonntag erklingt nach „Taranisbelisama“ Musik aus keltischen Ländern für Harfe und Vihuela (spanisches Zupfinstrument) und Gitarre mit dem Duo Arandil aus Kassel. Für die Durchführung des Keltenfestes setzen Landkreis Kassel und Naturpark Habichtswald wie im letzten Jahr auf die Kompetenz der Veranstaltungsagentur „kreatyv“ aus Kaufungen. „Wir werden wieder eine tolle Keltenkulisse für alle Besucher von Groß bis Klein aufleben lassen und für spannende Abwechslung auf dem wunderbaren Dörnberg sorgen“, erläutert Agenturchefin Prekop. Passende Händler, die das Programm abrunden möchten, können sich jetzt noch unter www.kreatyv.de bewerben. Auch für eine möglichst stressfreie Anfahrt ist gesorgt.

„Ab Bahnhof Zierenberg fährt die Buslinie 117 zum Naturparkzentrum an den beiden Veranstaltungstagen vor Beginn der Veranstaltung um 10.00 Uhr bis nach Veranstaltungsende um 18.00 Uhr ausnahmsweise im Halbstunden-Rhythmus“, informiert Pressesprecher Kühlborn. Außerdem stehen ausreichend Parkplätze am Rand der Stichstraße zum Dörnberg zur Verfügung. Kühlborn: „Mit einem kleinen Spaziergang ist man dann mitten in der keltischen Welt“. Als Alternative ist auch ein Shuttle-Service geplant. Für Navigationsgeräte empfehlen die Veranstalter die Adresse „Auf dem Dörnberg 13 in Zierenberg“ einzugeben – das Naturparkzentrum ist ab Calden, Habichtswald und Zierenberg ausgeschildert. Wer den Besuch mit einer kleinen Wanderung verbinden will, kann auch vom Bahnhof Calden-Fürstenwald den markierten Wanderweg zum Naturparkzentrum nutzen. Hintergrund: Die Bewohner der Landschaften nördlich der Alpen wurden von den antiken griechischen Autoren als Keltoi oder Celtae, von den Römern als Galli bezeichnet. Die keltische Kultur hat sich während der frühen Eisenzeit (8. – 6. Jahrhundert v. Chr.) in Mitteleuropa entwickelt. Sicherlich waren die Kelten nie ein zusammengehöriges Volk als solches. Kulturelle Übereinstimmungen und sprachliche Verwandtschaft lassen allerdings Gemeinsamkeiten zwischen Südengland, Nordspanien und Frankreich bis nach Ungarn, Slowenien und Oberitalien erkennen.

Im Zuge der keltischen Wanderungen gelangten einzelne keltische Gruppen bis nach Kleinasien (Galater), Delphi und eroberten einmal sogar Rom. Nachbarn der Kelten waren die Etrusker, Skythen, Griechen, Thraker, Germanen und Römer. Die Epoche der Kelten wird in Mitteleuropa mit der vorrömischen Eisenzeit gleichgesetzt. Seit der Mitte des 8. Jahrhunderts v. Chr. gewinnt das Eisen als neuer Werkstoff immer mehr an Bedeutung gegenüber der Bronze. Gleichzeitig entwickelt sich auch eine frühe Ausprägung der keltischen Kultur, die nach einem berühmten Fundort im Salzkammergut als Hallstattkultur bezeichnet wird. Erste Machtzentren, die so genannten Fürstensitze, entstehen im Laufe der frühen Eisenzeit. Die klassische Keltenzeit, die von der Mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr. bis an den Beginn der römischen Epoche dauert, wird in der Forschung Latènezeit genannt. La Tène ist ein Fundort am Neuenburger See in der Westschweiz, wo im 19. Jahrhundert zahlreiche keltische Funde gemacht wurden. Typische Siedlungsformen der jüngeren Eisenzeit sind die oppida, also stadtartige befestigte Großsiedlungen, und die Viereckschanzen, befestigte ländliche Gehöfte.

Der Hohe Dörnberg gilt als „Ende der keltischen Welt“. Während auf der nur wenige Kilometer südlich gelegenen Altenburg bei Niedenstein konkrete Hinweise auf ein keltisches Oppidum gefunden wurden, lässt sich am Dörnberg bisher nur eine eisenzeitliche Besiedlung nachweisen, die die klassischen keltischen Kulturkennzeichen vermissen lässt. Nördlich des Dörnbergs gibt es auf jeden Fall bis auf eine Ausnahme in Ostercappeln bei Osnabrück keine Nachweise keltischen Lebens. Weitere Informationen zu den Kelten bietet die Webseite www.verein-keltenwelten.de. Quelle:Landkreis Kassel

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